Es wurden unzählige Hinweise verfolgt, alle Zeugen angehört und Beweismittel ausgewertet. Und doch wird die Spur für die Polizeiermittler irgendwann kalt. Ungelöste Mordfälle, sogenannte Cold Cases, gibt es auch in der Schweiz. Crime Schweiz zeigt die bekanntesten Fälle.
Bei ungelösten Mordfällen tickt die Uhr nirgendwo lauter, als in der Schweiz. Im Gegensatz zur Rechtslage in unseren Nachbarländern verjährt Mord hierzulande nach 30 Jahren. Danach kann die Täterin oder der Täter nicht mehr verfolgt werden. Und auch bei neuen Anhaltspunkten, wie einem DNA-Treffer, ist es der Polizei untersagt, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.
Bei den fünf nachfolgenden Fällen fehlt den Untersuchungsbehörden der entscheidende Hinweis für den Durchbruch. Das Ende der Verjährungsfrist rückt aber immer näher.
2012: Zwei Tote am gleichen Tag im Heidiland
Es passiert am 10. September 2012. Die Polizei muss an zwei Tatort ausrücken. Sie liegen nur zwei Kilometer Luftlinie auseinander. Vor Ort findet sie je eine männliche Leiche. In Bad Ragaz SG handelt es sich um Harry L. (†46). Der Metzger liegt tot im Keller seiner Wohnung, die zum örtlichen Zoo gehört. Seit der Trennung von seiner Frau wohnt er dort und hilft dem Zoobetreiber in seiner Freizeit.
Laut Polizei wird er in der Nacht von Sonntag auf Montag überwältigt, gefesselt und erstochen. Zeugen gibt es keine, die Tatwaffe wird nie gefunden, und ein Verdächtiger kommt nach einem Monat Untersuchungshaft wieder frei.

In Vilters SG, auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Ex-Nationalrat Elmar Bigger, wird die Leiche von Arthur B. (†59) entdeckt. Das Opfer und der Hofbesitzer waren gute Freunde. Bigger war nicht zu Hause und erfuhr am Telefon vom Tod seines Freundes.
Am Körper des toten Mannes werden Blessuren festgestellt. Die Gerichtsmedizin kann bei der Obduktion nicht genau klären, ob diese von einem Zusammenprall mit einem Auto oder beim Angriff eines Stiers entstanden sind. Es ist deshalb nicht klar: Kam Arthur B. durch einen Unfall oder ein Tötungsdelikt ums Leben?
2010: Gärtnerlehrling bei Drogenkauf ermordet?
In der Nacht auf den 20. März 2010 wird im Zürcher Kreis 5 ein 17-jähriger Gärtnerlehrling vor einem Szeneclub getötet. Bis heute ist die Tat nicht aufgeklärt.
Laut Polizei fuhr der mutmassliche Täter «ein auffälliges, dunkles Velo, einen sogenannten Beach-Cruiser mit geschwungenem Rahmen». Beschrieben wird der Verdächtige als «Typ Latino, gebrochen Deutsch sprechend, hat schlechte Zähne und dunkles Haar». Einzig ein unscharfes Schwarz-Weiss-Video einer Überwachungskamera soll ihn zeigen. Bis heute fehlen entscheidende Hinweise auf den Mann.

2004: Raubüberfall auf Reisebüro mit tödlichen Folgen
Beim Überfall auf ein Reisebüro in Altendorf SZ wird am 27. Februar 2004 eine 22-jährige Angestellte erschossen. Die Täterschaft flüchtet mit einer Geldkassette, in der sich mehrere Hundert Franken Bargeld befinden.
Die Polizei geht von einem Raubmord aus, kommt bei den Ermittlungen aber nicht weiter. Ein Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt auf der verwendeten Munition. Sogar in der Fernsehsendung «Aktenzeichen: XY… ungelöst» wird der Fall rekonstruiert – bislang ohne Erfolg.
2001: Rabbi wird in Zürich auf offener Strasse erschossen
Im Sommer 2001 ist der israelische Rabbiner Abraham Grünbaum im Zürcher Kreis 4 auf dem Weg zu einer Synagoge und wird am Hallwylplatz erschossen. Die Polizei hat kaum brauchbare Spuren, findet am Tatort lediglich zwei Patronenhülsen und Zigarettenstummel.
Auf einem Überwachungsvideo ist eine kaum erkennbare Person zu sehen, die wegrennt. Während ein Raubüberfall ausgeschlossen wird, weil das Opfer noch 1000 Franken Bargeld bei sich trug, rücken rassistische Motive in den Fokus der Ermittlungen. Sogar eine Verbindung zur deutschen Terrorzelle NSU wird überprüft.

1996: Letztes Lebenszeichen auf der Autobahnraststätte

Der Fall von Heidi Scheuerle liegt am längsten zurück. Im Oktober 1996 macht sich die junge Journalistin für eine Recherche per Anhalter auf den Weg von Kreuzlingen TG nach Basel. Am Rastplatz Forrenberg bei Winterthur wird sie gegen 13 Uhr zuletzt lebend gesehen. Einige Tage später wird sie als vermisst gemeldet. Die Polizei startet eine umfassende Suche mit Plakaten und Aufrufen in den Medien und prüft 319 Verdächtige.
Vier Jahre später entdeckt ein Wanderer in Spreitenbach AG einen menschlichen Schädel. Die Polizei sucht nach weiteren Knochen, doch das Skelett bleibt unvollständig.
Da die Rechtsmedizin die Liegezeit falsch einschätzt, dauert es weitere zwei Jahre, bis der Fund mit der Vermisstenmeldung abgeglichen wird. Schliesslich wird bestätigt, dass die Überreste von Heidi Scheuerle stammen. Es steht fest, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, doch vom Täter fehlt bis heute jede Spur. In diesem Fall bleibt den Untersuchungsbehörden nur noch ein Jahr Zeit. 2026 verjährt der Mord an der jungen Frau und die schuldige Person kommt für immer straffrei davon.

Traurig das ein Mord verjähren kann. Es ist ein Gewaltverbrechen, für das das derjenige zur rechenschafft gezogen werden sollte.. Verwandte Freunde Familien, werden soo nie normal weiter leben können. Und werden bestraft für ein Verbrechen was ein anderer getan hat man sollte dieses Gesetz änderen auf Mord verjährt nie..
Peterli Roth, Sahra Oberson, Annika Hutter und leider noch vieke mehr die nie gefunden wurden in der Schweiz!!!
Genau. Aber es liegt auch an der schlamperei mancher beamten