Die Beute wird auf einen Wert von 88 Millionen Euro geschätzt. Bei den gestohlenen Gegenständen handelt es sich um einen Teil der französischen Kronjuwelen. Erstmals zeigen Videoaufnahmen wie den Tätern im Oktober der Millionen-Coup gelang.
Der Raub gilt als ausgeklügelt und gut geplant. Bis heute tappt die Polizei im Dunkeln, von den Tätern fehlt jede Spur und sie sind mit der Millionen-Beute weiterhin flüchtig.
Zum Überfall kommt es am 19. Oktober 2025 im Louvre in Paris. An diesem Sonntag gegen 9.34 Uhr dringen die maskierten Personen ins Gebäude ein. Dafür fahren sie mit einem Möbelaufzug – auf der Seite Quai François Mitterand – an die Aussenwand des Louvre heran. Sie klettern auf den Balkon im zweiten Stock, schneiden mit einem Winkelschleifer eine Fensterscheibe auf und gelangen so in die Galerie d’Apollon. Dort sind Teile der französischen Kronjuwelen in zahlreichen Vitrinen ausgestellt.
Und die Räuber wissen genau, worauf sie es abgesehen haben. Das zeigen jetzt Aufnahmen der Überwachungskameras aus der Galerie d’Apollon. Das Videomaterial war bisher unter Verschluss und wurde jetzt durch die französischen TV-Sender TF1 und France Info ausgestrahlt.
Der Überfall dauerte 3 Minuten und 52 Sekunden
Einer der zwei Täter trägt eine gelbe Weste und eine Sturmhaube, der andere schwarze Kleidung und einen Motorradhelm. Sie wählen gezielt je eine Vitrine, öffnen die Scheibe mit einem Trennschleifer. In den Vitrinen befindet sich das Diadem der Kaiserin Eugénie, ein Schmuckset von Königin Marie-Amélie und Königin Hortense (Ohringe, Halskette, Diadem) sowie eine Smaragdkette und Smaragdohrringe von Marie-Louise.
Da beim Einstieg ins Gebäude ein Alarm ausgelöst wurde, eilen schnell Sicherheitskräfte herbei. Sie werden aber von den Tätern bedroht. Das Videomaterial zeigt, wie sich eine Sicherheitsperson mit dem Pfosten einer Abschrankung bewaffnet, sich danach aber wieder zurückzieht.
Nach wenigen Minuten treten die Täter die Flucht an. Dabei lässt die Person mit der gelben Weste die Krone der Kaiserin Eugénie fallen – das zerbrochene Schmuckstück wird kurz darauf von Polizeiermittlern in einer Seitenstrasse zum Louvre entdeckt. Nach nur 3 Minuten und 52 Sekunden ist der Spuk vorbei und die Täter fliehen aus dem Gebäude. Auf der Strassen warten bereits Komplizen auf Motorrollern auf sie.


Fachleute befürchten, dass die Schmuckstücke bereits zerstört wurden, da sie in der Originalform praktisch unverkäuflich sind. Dabei werden die Steine herausgebrochen und das Gold eingeschmolzen. Experten sprechen deshalb von einem nicht zu beziffernden Verlust, da den Schmuckstücken eine enorme historische Bedeutung zukomme.
