Diese Woche publizierte das Bundesamt für Statistik BFS die nationale Kriminalstatik 2023. Der Inhalt bewantwortet auch diese Frage: Wo kam es im letzten Jahr zu den meisten Gewalt- und Vermögensdelikten? Eine Stadt hat sich den unrühmlichen Spitzenplatz bereits zum zweiten Mal in Folge gesichert.

47’381. Zu so vielen Gewaltstraftaten kam es 2023 hierzulande ingesamt. Das sind 47’381 Einzelfälle, bei denen eine Person zu Schaden kam. Körperlich, psychisch oder finanziell.

Deutlich zugenommen haben die Fälle im Bereich der schweren Gewaltstraftaten. Konkret bei den vollendenten und versuchten Tötungsdelikten sowie der schweren Körperverletzung. Mit insgesamt 2057 Fällen war die Zahl so hoch wie seit 2009 nicht mehr.

Doch wo ereigneten sich die Gewaltstraftaten? Von den 47’381 Vorfällen erfolgten 55,4 Prozent im öffentlichen und 42,1 Prozent im privaten Raum. Im Verhältnis zur Wohnbevölkerung sicherte sich hier ein Stadtkanton den unrühmlichen Spitzenplatz.

Diese Karte zeigt die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Basel-Stadt sticht leuchtend rot hervor. Grafik: Bundesamt für Statistik

Wie die Karte zeigt, ereigneten sich in Basel-Stadt die meisten Gewaltdelikte, aber auch die meisten Einbrüche und Diebstähle pro 1000 Einwohner. Mit 13,2 Gewaltstraftaten pro 1000 Einwohnenden lag Basel vor Fribourg (12,1) und den Städten Zürich, Schaffhausen, Lausanne, Vernier sowie Genf. In diesen Städten lag der Wert zwischen 10.2 und 10.6.

Nähe zur Grenze ein Faktor

Stark zugenommen haben in Basel-Stadt die Vermögensdelikte, also Diebstahl oder Einbrüche. 2023 ereigneten sich 21’329 Fälle, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Im Vergleich zur restlichen Schweiz ein verhältnismässig stärker Anstieg.

Für die Basler Ermittlungs- und Untersuchungsbehörden sei die Nähe zur Grenze ein entscheidender Faktor. So äusserte sich Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann gegenüber SRF News: «Die Polizei kann nicht über die Grenze folgen, weil sie in den Nachbarstaaten keine Hoheit hat.» Basel sei für die Täter deshalb attraktiv, weil sie das Diebesgut schnell über die Grenze bringen könnten.

Asylsuchende häufiger straffällig

Asylsuchende würden die Polizei aktuell besonders auf Trab halten, führt Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann aus: «Wir haben Gruppierungen von jungen Männern aus Maghreb-Staaten, die uns sehr beschäftigen.» 

Das zeigt sich auch in den Zahlen der Staatsanwaltschaft. Während die Strafanzeigen gegen Schweizerinnen und Schweizer und Ausländer mit Aufenthaltsstatus zurückgingen, nahm der Anteil der straffälligen Asylsuchenden um 38 Prozent zu.

Eine Entwicklung, die nicht nur in Basel ein Problem darstellt. Ein Blick auf die gesamtschweizerische Statistik zeigt ein ähnliches Bild. Besonders die Zahl der Delikte von abgewiesenen Asylsuchenden und Personen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten, steigen an.

Die Grafik zeigt die Nationalität der 2023 straffällig gewordenen Personen. Grafik: Bundesamt für Statistik

Beschuldigte sind mehrheitlich jung und männlich

Tatausführenden Personen sind überwiegend männlich (23’093), während Frauen (5795) deutlich weniger in Erscheinung treten. Anders allerdings sieht die Situation bei den geschädigten Personen aus. Hier steigt der Frauenanteil deutlich an. 2023 kamen 21’285 Männer und 15’787 Frauen zu Schaden.

Ebenfalls eindrücklich ist der Blick auf die Altersaufstellung. So hat die Zahl der Minderjährigen (3692) um 8,0% (+273) und bei den Erwachsenen ab 25 Jahren (21 218) um 2,8% (+582) zugenommen.

Altersdarstellung. Grafik: Bundesamt für Statistik